Ihr könnt das leicht sagen, Meister Rocco. Aber ich, ich behaupte
Dass die Vereinigung zweier gleichgestimmter Herzen die Quelle
Des wahren ehelichen Glückes ist. Oh, dieses Glück muss der
Größte Schatz auf Erden sein. Freilich gibt es noch etwas, was
Mir nicht weniger kostbar sein würde, aber mit Kummer sehe ich
Dass ich es trotz aller meiner Bemühungen nicht erhalten werde
Und was wäre denn das?
Euer Vertrauen. Verzeiht mir diesen kleinen Vorwurf
Aber oft sehe ich euch aus den unterirdischen Gewölben
Dieses Schlosses ganz ermattet und außer Atem zurückkommen
Warum erlaubt ihr mir nicht, euch dahin zu begleiten?
Du weißt doch, dass ich den strengsten Befehl habe, niemanden
Wer es auch sein möge, zu den Staatsgefangenen zu lassen
Du arbeitest dich ja zu Tod, lieber Vater
Sie hat recht, Vater Rocco
Ja, ihr habt ja recht. Diese schwere Arbeit wird mir auch zu viel
Der Gouverneur ist zwar sehr streng, er muss mir aber doch erlauben
Dich in die geheimen Kerker mit mir zu nehmen. Indessen gibt
Es ein Gewölbe, in das ich dich wohl nie werde führen dürfen
Vermutlich wo der Gefangene sitzt
Von dem du schon gesprochen hast, Vater?
Du hast's erraten
Es ist schon lange her, dass er gefangen ist
Es ist schon über zwei Jahre
Zwei! Zwei Jahre, sagt ihr. Er muss ein großer Verbrecher sein
Oder er muss große Feinde haben. Das kommt ungefähr auf eins
Heraus. Nun, es wird nicht mehr lange mit ihm dauern. Auf
Pizarros Befehl muss ich seine Portionen kleiner machen. Er
Bekommt nur noch Brot und Wasser. Kein Licht, kein Stroh, nichts
Oh, lieber Vater, führe Fidelio ja nicht zu
Ihm. Diesen Anblick könnte er nicht ertragen
Warum denn nicht? Ich habe Mut und Kraft